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26. April 2018

Auf der Suche nach einer transnationalen Erinnerung an den Holocaust.


Simon Wiesenthal Lecture von Barbara Törnquist-Plewa, Universität Lund

Wien (OTS) Das Gedenken an den Holocaust gehörte zu den ersten umfassenden transnationalen kollektiven, globalen Ausformungen einer historischen Erinnerung überhaupt. Die meisten Forschungsarbeiten, welche die Transnationalität einer Holocaust-Erinnerung untersuchen, stützen sich vor allem auf Literatur, Filme oder andere Mediengebiete. Dieser Vortrag hingegen setzt sich in der Erforschung des Gedächtnisses primär mit spezifischen geografischen Orten auseinander, um gerade damit die transnationale Dimension sowohl einer nationalen als auch einer lokalen Holocaust-Gedenkkultur zu demonstrieren und um gleichzeitig darzustellen, wie sich Erinnerungen über die nationalen Grenzen hinweg entwickeln und was während dieses Prozesses vor sich geht. Worin liegt nun das Potential dieses transnationalen Holocaust-Gedächtnisses, um neue Geschichten und neue soziale Beziehungen und Solidaritäten entstehen zu lassen?

Der Vortrag stellt zwei unterschiedliche Beispiele des transnationalen Holocaust-Gedächtnisses an zwei spezifischen Orten vor: der eine ist die schwedische Hauptstadt Stockholm und der andere ist die polnische Provinzstadt Szydlowiec, die vor dem Holocaust ein Schtetl war. In Zusammenhang mit diesen Beispielen, wird das Ausmaß diskutiert inwieweit das transnationale Holocaust-Gedächtnis auch ein transkulturelles oder kulturell hybrides Gedächtnis ist, welches über eine transformative Kraft verfügt, die es den Menschen ermöglicht neue Gemeinschaften und neue Formen der Zugehörigkeit anzunehmen. 

Barbara Törnquist-Plewa ist Professorin für Ost- und Mitteleuropastudien an der Universität Lund in Schweden. Zwischen 2012 und 2016 leitete sie das internationale Forschungsprojekt In Search for Transcultural Memory in Europe (im Rahmen des COST-Programmes der EU). Zu ihren Forschungs-schwerpunkten zählen Nationalismus, Identität und kollektives Gedächtnis. Sie ist Autorin und Herausgeberin einer Reihe von Publikationen und Aufsätzen in englischer, schwedischer und polnischer Sprache. Zu ihren neuesten Veröffentlichungen zählen: The Twentieth Century in European Memory, Amsterdam 2017; Disputed Memory. Emotions and Memory Politics in Central, Eastern and South-Eastern Europe, Berlin/Boston 2016 (beide gemeinsam mit Tea Sindbaek Andersen herausgegeben); und Whose Memory? Which Future? Remembering Ethnic Cleansing and Lost Cultural Diversity in Eastern, Central and Southeastern Europe, New York/London, 2016.

In Search of Transnational and Transcultural Memories of the Holocaust: Examples from Sweden and Poland.

Simon Wiesenthal Lecture von Univ.-Prof. Dr. Barbara Törnquist-Plewa, Universität Lund, Schweden,
in englischer Sprache.

Moderation: Doz. Éva Kovács (VWI).

Datum: 19.04.2018, 18:30 – 20:00 Uhr

Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Dachfoyer
Minoritenplatz 1, 1010 Wien, Österreich

Url: http://www.vwi.ac.at

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
+43-1-890 15 14-150
jana.starek@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at

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