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21. April 2018

Wenn der Chef dauernd klingelt


Wien (OTS) Die Arbeiterkammer hat im Herbst 2017 eine Online-Umfrage zum Thema „permanente Erreichbarkeit“ durchgeführt. Daran haben rund 3.500 Personen teilgenommen. Fazit: Störungen in der Freizeit sind unerwünscht, aber alltäglich.

Silvia Hruška-Frank, stellvertretende Leiterin der AK Sozialpolitik sagt: „Niemand ist zu einer dauerhaften Rufbereitschaft verpflichtet, die noch dazu in der Vielzahl der Fälle nicht abgegolten wird! Die ArbeitnehmerInnen haben ein Recht auf ungestörte Freizeit. Man kann nicht abschalten, wenn erwartet wird, dass man dauernd für die Firma erreichbar ist. Mediziner sagen: Das erhöht den Stresspegel und geht auf Kosten der Gesundheit!“

Außerdem stellt AK Hruška-Frank klar: „Sie müssen nur erreichbar sein, wenn eine Rufbereitschaft vereinbart wurde – die ist dann aber auch extra abzugelten. Wenn Sie dienstlich kontaktiert werden, gilt die verwendete Zeit als Arbeitszeit und ist entsprechend zu bezahlen.“

Die Ergebnisse der Umfrage:

+ 81 Prozent der Befragten sagten, sie seien auch in der Freizeit, im Urlaub oder im Krankenstand für die Arbeit erreichbar. Nur 12 Prozent geben an, nicht erreichbar zu sein.

+ Die deutliche Mehrheit von 54 Prozent gibt an, dass erwartet wird, dass sie auf Anrufe oder E-Mails auch sofort oder jedenfalls kurzfristig reagiert.

+ Nur 13 Prozent bekommen dieses Extra für den Chef auch bezahlt, 11 Prozent bekommen die Erreichbarkeit nur manchmal bezahlt. Die Mehrheit von 75 Prozent sieht für die Störung in der Freizeit oder im Krankenstand aber keinen Cent.

+ 61 Prozent fühlen sich gestört und belastet, 30 Prozent geben an, dass ihnen die Störung zwar nichts ausmacht, aber sie auch nicht freut.

+ Ständige Erreichbarkeit ist auch kein Phänomen, das nur bei gut bezahlten Angestellten vorkommt. Im Gegenteil: Menschen, die nicht in den Genuss einer höheren Bildung gekommen sind, sind noch stärker betroffen.

+ Aus den Kommentaren der Befragten geht hervor, dass es sich oft um kurzfristige Dienstplanänderungen handelt, was die Freizeit und das Privatleben zusätzlich einschränkt – und für Eltern mit Kinderbetreuungspflichten ein besonders schweres Problem darstellt.

Beispielsweise sagten die Befragten:

„Ich empfinde momentan die ständigen Dienständerungen und die SMS, von denen ich seit Wochen sogar geweckt werde, als psychisch belastend. Es ist SMS-Terror…“

„Die Krönung des Ganzen ist es, wenn man Pflegeurlaub meldet, weil das 3-jährige Kind Scharlach mit Fieber hat und man im selben Moment gefragt wird, ob man dafür morgen einspringen kann.“

„immer mehr und mehr verlaunga und immer weniger zoin…“

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