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11. Dezember 2017

„Visionäre, Wegbereiter, Spurensucher“: Dietmar Steiner und Edek Bartz erhielten Goldene Wiener Auszeichnungen


Wien (OTS) Dietmar Steiner, ehem. Direktor des Az W, erhielt heute, Mittwoch, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien; Edek Bartz, Musiker und Kurator, das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Kultur waren gekommen, um bei der Feierstunde dabei zu sein, allen voran Bürgermeister Michael Häupl, Vzbgm. Maria Vassialkou, StR Michael Ludwig, EU-Abg. A. D. Hannes Swoboda, Christian Oxonitsch, Heide Schmidt, Rektor Gerald Bast, Angelika Fitz, Direktorin Az W, Fritz Achleitner, Walter Gröbchen uvm.

„Dietmar Steiner und Edek Bartz sind Visionäre, Wegbereiter und Spurensucher. Beide sind für das Kulturleben in dieser Stadt unverzichtbar. Ihr künstlerisches Wirken, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Umsetzung, hat diese Stadt verändert“, betont Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. „Dietmar Steiner hat mit dem Az W ein Wohnzimmer für Architekturinteressierte und damit einen Ort für Diskurs, Kompetenz und Kontinuität geschaffen. Edek Bartz hat als Kurator, Musiker und DJ Wien für bis dato unbekannte und unzugängliche Musik und zeitgenössische Kunst geöffnet“.

Andrea Maria Dusl, Regisseurin, Zeichnerin und Falter-Kolumnistin, hielt die Laudatio auf Dietmar Steiner, mit dem und über den sie auch einen Film drehte: „Nie habe ich Klügeres über Architektur gehört. Dietmar Steiner ist einer der höchsten Künstler, er hat bei den besten gelernt und die besten gelehrt. Es ist seine architektonische Klugheit, seine Expertise und seine Leidenschaft, Zusammenhänge zu erkennen und Linien in einem unbedeutendem Wirrwarr“. Sehen, Verstehen und darüber Sprechen – das könne er wie kein anderer.

Falter-Kolumnist und Kulturredakteur Klaus Nüchtern hielt eine persönliche und mit Anekdoten angereicherte Laudatio auf Edek Bartz:
„Edek Bartz hat Wiens Aufbruch in die Pop-Moderne begleitet und befördert – als DJ, Musiker, Konzertveranstalter, Plattenhändler, Kurator und Kulturmanager. Er vereint glaubhaft sehr unterschiedliche Eigenschaften, er ist menschenfreundlicher Zyniker und weltläufiger Provinzler“.

Zwt: Biographie Dietmar Steiner
Dietmar Steiner besuchte das Realgymnasium in Wels, wechselte mit 15 Jahren in die HTL Krems und studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste (zuerst bei Ernst Plischke, dann bei Gustav Peichl). Er arbeitete an Friedrich Achleitners Archiv „Österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts“ mit, lehrte an der Hochschule für angewandte Kunst (bis 1989) und war bei Rob Krier tätig.
Steiner fungierte von 1980 bis 1982 als Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Seit 1989 betrieb er ein eigenes Büro für Architekturberatung in Wien. In vielen publizistischen und journalistischen Arbeiten erwies sich Steiner als einer der besten Kenner der aktuellen österreichischen und internationalen Architektur. Bereits in seinen frühen Publikationen zeigte er sich als Spezialist des Wiener Wohnbaus; 2009 bis 2014 war er Vorsitzender des unabhängigen „Qualitätsbeirats“ für den geförderten Wohnbau in Wien.
Mit der Gründung des Architekturzentrums im neuen Museumsquartier, als dessen erster geschäftsführender Direktor er 1993 installiert wurde, verschaffte er der Diskussion über Architektur eine neue große Bühne in Wien. Das Architekturzentrum, dessen Philosophie auf die vier Prinzipien „Präsentieren, Diskutieren, Publizieren, Archivieren“ setzte, konnte mit seinen Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungen, Exkursionen, Stadttouren sowie seiner Bibliothek, Dokumentation und Archiv (es besitzt die größte Sammlung von Vor- und Nachlässen österreichischer Architekten des 20. Jahrhunderts) neue Themen und Initiativen in die österreichischen Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtplanung einbringen.

Zwt.: Biographie Edek Bartz
Edek Bartz wurde 1946 in der Stadt Karaganda in Kasachstan in einem russischen Internierungslager geboren. Seine Mutter Irene stammte ursprünglich aus Wien, sein Vater war Professor für Chemie an der Universität Poznan (Posen). Seine Kindheit verbrachte Bartz in Wałbrzych (Waldenburg, Niederschlesien, Polen). Gemeinsam mit seiner Mutter wollte er 1958 nach Israel emigrieren, ist aber in Wien „hängengeblieben“, wie Edek Bartz es selbst formuliert und wohnt seither hier.
In den 1960er arbeitete Edek Bartz in der Agentur “Stimmen der Welt“ und produzierte und tourte mit Bob Dylan, Jimi Hendrix, Carlos Santana, Frank Sinatra, Frank Zappa und den Rolling Stones, organisierte Konzerte für die britische Rockband Wishbone Ash und den Jazz-Gitarristen John McLaughlin in der Stadthalle sowie für Lou Reed im Wiener Konzerthaus. In den 1990er Jahren war Edek Bartz Tour-Manager von Falco.
Gemeinsam mit seinem Freund Albert Misak (Künstlername: Albert Thimann) gründete Edek Bartz (Künstlername Edward Geduldig) in den 1970er Jahren die Bands Sabres und später Geduldig & Thimann. Der Name Geduldig und Thimann setzt sich aus den Mädchennamen der Mütter der beiden Musiker zusammen. Geduldig und Thimann starteten 1979 mit dem Album „Kum aher du filosof“ mit jiddischen Liedern und chassidischen Nigunim, das von André Heller im Label Mandragora herausbracht wurde. Es folgten „Mojschele majn frajnd“ (1980), „Di schejnsten Lider fun Jiddn“ (1985), „A Schtetl is Amerike“ (1986) und „A haymish groove“ (1992). Ab 1986 folgte eine Zusammenarbeit mit New Yorker Musikern der Experimental-Szene der Lower East Side. Edek Bartz und Albert Misak haben 2015 ihre Sammlungen an Fotos, Flyern, Presseartikel und Plakaten zu den beiden Bands dem populärkulturellen Archiv der Wienbibliothek im Rathaus geschenkt.
Anfang der 1980er Jahre betrieb Edek Bartz ein Plattengeschäft in der Ballgasse.
1983 bis 1991 veranstalteten Wolfgang Kos und Edek Bartz das Avantgarde Musik Festival “Töne – Gegentöne“ im Rahmen der Wiener Festwochen.
Von 2005 bis 2009 war Edek Bartz künstlerischer Leiter der Viennafair, einer zeitgenössischen Wiener Kunstmesse mit Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa.
Edek Bartz ist Lektor an der Universität für Angewandte Kunst und kuratiert seit vielen Jah¬ren „The essence…“, die Jahresausstellungen der Universität.

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