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18. November 2017

Weltkinderarbeitskonferenz: Kinder fordern mehr Mitspracherecht


Bei der Weltkinderarbeitskonferenz, die derzeit in Argentinien stattfindet, lässt die Kindernothilfe gemeinsam mit anderen Organisationen die arbeitenden Kinder selbst zu Wort kommen.

Wien/Buenos Aires (OTS/www.kindernothilfe.at) Kinder aus 36 Ländern der Welt erheben derzeit ihre Stimme gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen und für die Einhaltung ihrer Rechte. Sie sind Teil der Kampagne „Time to Talk!“, die gemeinsam von der Kindernothilfe und anderen international tätigen Organisationen wie Save the children und Terre des Hommes initiiert wurde. Im Rahmen der Weltkinderarbeitskonferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit, die von 14. bis 16. November in Argentinien über die Bühne geht, fordern die Kinder und Jugendlichen nun mehr Mitspracherecht beim Thema Kinderarbeit.

Im Rahmen der „Time to talk“-Kampagne wurden 1.822 Mädchen und Jungen zwischen fünf und 18 Jahren in Afrika, Asien, Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Europa zu den Bedingungen befragt, unter denen sie arbeiten. In erster Linie gaben die Kinder an, dass sie respektvoll behandelt und in lokale, nationale und globale politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden wollen. „Arbeitende Kinder wurden bisher nie gefragt, was aus ihrer Sicht wichtig wäre, warum sie arbeiten und welche Träume sie haben. Dabei steht jedem Kind das Recht auf Teilhabe zu. Das Projekt Time to Talk gibt Kindern auf internationaler Ebene eine Stimme“, sagt Anne Jacob, Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe und Mitglied im Steuerungskomitee von Time to Talk.

Eine klare Meinung haben die befragten Mädchen und Buben zu den schlimmsten Formen von Kinderarbeit: Sie verurteilen ausbeuterische, gefährliche und gesundheitsgefährdende Beschäftigungen aufs Schärfste und fordern ein rigoroses Einschreiten von Gesetzgebung, Wirtschaft und Politik. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sehen Kinder und Jugendliche sogar positive Aspekte in der Kinderarbeit: Die meisten wollen ihre Eltern unterstützen, etwas zum Familieneinkommen beitragen oder selbst dafür Sorge tragen, dass sie sich ihre Ausbildung ermöglichen können. Viele Kinder gaben darüber hinaus an, stolz auf den eigenen Verdienst zu sein und Lebenskompetenzen zu erlernen, die ihnen im Alltag sehr helfen. Besonders wichtig war den Kindern, dass sie leichte Tätigkeiten ausüben, fair bezahlt werden und respektvoll von Arbeitgebern und Erwachsenen behandelt werden. Außerdem verlangen sie ausreichend Zeit zum Lernen und für die Freizeit.

Hintergrund zu „Time to talk“:

In Zusammenarbeit mit mehr als 55 internationalen zivilgesellschaftlichen Partnern haben seit März 2016 1.822 arbeitende Kinder zwischen 5 und 18 Jahren in 36 Ländern in einem umfassenden partizipativen Prozess an diesem Projekt teilgenommen und ihre Meinung zum Thema Kinderarbeit eingebracht. Die Kinder arbeiten mit und ohne Bezahlung, auf dem Land und in der Stadt, in Haushalten und in der Landwirtschaft. Sie haben teilweise kleine Geschäfte, arbeiten in Gold- und Steinminen, als Bauarbeiter, als Müllsammler, in Webereien und in der Textilindustrie, in der Hotellerie und in der Gastronomie, sie schneiden Haare, putzen Busse und Autos oder betteln und verdingen sich als Sexarbeiter. 76 Prozent der befragten Kinder gehen zur Schule oder Universität, 22 Prozent besuchen keine Schule.

Die Ergebnisse dieses Konsultationsprozesses werden auf Einladung der ILO Argentinien während der IV. Weltkonferenz zu Kinderarbeit von 14. bis 16. November 2017 in Buenos Aires vorgestellt.

Rückfragen & Kontakt:

Kindernothilfe Österreich
Julia Drazdil-Eder
Kommunikation
01/513 93 30-60
julia.drazdil-eder@kindernothilfe.at
www.kindernothilfe.at

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