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14. Dezember 2017

Stärke durch Vielfalt in der österreichischen Agrarstruktur


Wien (OTS) Die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU nach 2020 steht aktuell im Fokus der Diskussionen. Eine Analyse der Stärken und Schwächen in den einzelnen Mitgliedstaaten ist dabei von besonderer Bedeutung. Für Österreich ist dabei eines klar – die Vielfalt in der Agrarstruktur nach Produktionsbereichen, Lagen und Betriebsgrößen ist eine der besonderen Stärken unserer Heimat. Denn Einheitslösungen sind in einer vielschichtigen Landschaft wie der unseren nicht möglich.

Großbetriebe im europäischen Kontext gibt es in Österreich keine, ja nicht einmal wirklich Mittelbetriebe. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade in Österreich immer wieder eine Groß-Klein-Debatte angestoßen wird. Diese Fehlansätze verlieren auch sehr schnell an Substanz, wenn man einem Blick auf die Agrarstruktur unserer Nachbarländer wirft. Dort finden sich Betriebe, die oft 20-mal größer sind als die größten österreichischen Betriebe.

„Österreichs Land- und Forstwirtschaft wird fast ausschließlich von Familienbetrieben bewirtschaftet. Diese sind aufgrund der unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten und der verschiedenen Produktionsgebiete vielfältig in Größe und Ausrichtung. Und genau diese Vielfalt ist DIE zentrale Stärke der österreichischen Agrarstruktur. Denn nur so kann man der Situation vor Ort gerecht werden. Ein Ackerbaubetrieb im Weinviertel kann nicht mit einem Grünlandbetrieb in Tirol verglichen werden, eine Sonderkultur braucht ein Vielfaches an Arbeitseinsatz im Vergleich zu einem Betrieb mit Getreidefruchtfolge, ein Biobetrieb ist durchschnittlich größer als ein konventioneller Betrieb. Jeder Betrieb ist einzigartig und sehr oft ergänzen sich flächenstärkere mit kleineren Betrieben in der Zusammenarbeit oder es entstehen Kooperationen in der Produktionsausrichtung“, berichtet Richard Auer-Welsbach, Vizepräsident der Land&Forst Betriebe Österreich, über die agrarische Realität in den Regionen.

Vollerwerbsbetriebe leiden heute an den gleichen Rahmenbedingungen wie jene im Nebenerwerb, sie stützen aber diese und die ländlichen Regionen insgesamt massiv durch ihre aktiven und umfassenden Betriebsansätze. Sie sind Wirtschaftsmotor, Arbeitgeber, Innovationsträger, Ausbildungsstelle und Rückgrat des ländlichen Raums. Nicht zuletzt gewährleisten sie die Erreichung der verschiedenen gesellschafts- und umweltpolitischen Zielsetzungen professionell auf größeren Einheiten. Damit dies auch in Zukunft noch funktioniert, wird es aber weiterhin Unterstützung durch die Ländliche Entwicklung und entsprechende Incentives brauchen.

Stärken nutzen

Je nach Sparte, Lage oder Ausrichtung braucht es in der heimischen Landwirtschaft entweder mehr Arbeitskraft, Fläche oder andere Produktionsmittel. „Jede willkürliche Einziehung von Grenzen – sei es durch eine Hektar-, Mitarbeiter- oder sonstige Produktionsgröße – würde das strategische Rückgrat unserer Landwirtschaft gefährden und widerspricht der vielfältigen Struktur unserer Heimat. Wenn wir auch in Zukunft noch professionelle, nachhaltige und zukunftsorientierte Betriebe in Österreich haben wollen, muss die Vielfalt der österreichischen Agrarstruktur als Stärke anerkannt werden und in die politischen Strategien einfließen. Wie besonders und intakt unsere heimische Landwirtschaft ist, wird oft erst bewusst, wenn man in andere Länder blickt“, betont Auer-Welsbach.

Die österreichische Landwirtschaft ist ebenso vielfältig strukturiert wie die heimische Kulturlandschaft. Über dieser Vielfalt steht das gemeinsame Dach einer nachhaltigen Bewirtschaftung. Dabei geht es nicht nur um die Produktion, sondern auch um Leistungen für die Umwelt und die Gesellschaft wie gepflegte Landschaftsbilder oder Naturschutz.

Eine höhere Flächenausstattung ist besonders effektiv, wenn es um Umweltleistungen geht, denn diese werden eben auf der „Fläche“ erbracht – oft auch mit mehr Möglichkeiten. Anders als in anderen Mitgliedstaaten werden in Österreich Umweltleistungen in der zweiten Säule der GAP abgegolten. Damit kann höchst erfolgreich und mit spezifischen Maßnahmen und Instrumenten auf den Standort eingegangen werden. „Insgesamt wird es jedenfalls einer klugen und ausreichend dotierten Ausgestaltung der neuen GAP brauchen, wenn wir auch künftig eine flächendeckende und vielfältige Agrarstruktur zur Absicherung unserer heimischen Lebensmittelversorgung gewährleistet haben wollen“, so Vizepräsident Auer-Welsbach abschließend.

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