Gehe zu…

Tagesbote

News unabhängig, direkt & transparent

16. Dezember 2017

FCG-Younion/Wien: Agenda Austria verwechselt 106. Frauentag mit dem 1. April


Wien (OTS) Gerade rechtzeitig zum Frauentag hat „Agenda Austria“ eine Studie zum Thema der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern vorgelegt. Schon im Vorwort von Direktor Franz Schellhorn könnte man ins Schmunzeln kommen, wenn er – in wohl nicht zufälliger Weise – auf seine „Kollegen“ Monika Köppl-Turyna, Michael Christl und Anna Stürgkh verweist. Mann und Frau können über weite Strecken der Studie aber auch gelassen und interessiert bleiben, wenn differenziert Lohnunterschiede erörtert werden.

Gabriele Niederpold, Frauenvorsitzende der FCG-Younion/Wien, begrüßt differenzierte Betrachtungen und wichtige Klarstellungen zu „bereinigten“ Vergleichen – wenn etwa gleiche Qualifikationsebenen gegenüber gestellt werden. Nicht einverstanden ist sie allerdings mit Versuchen, den Gesamtunterschied wegargumentieren zu wollen, als dürfe man nur Gleiches mit Gleichem vergleichen. Der Gesamtunterschied ist eben auch ein Indiz dafür, dass Frauen vielfach für das Erreichen bestimmter „gleicher“ Berufsmöglichkeiten erst gar nicht gleiche Chancen vorfinden.

Kurt Obermülner, Vorsitzender der FCG-Younion/Wien, zeigt sich schlichtweg empört über die Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen der Studien-Autor/innen. Obermülner: „Wenn die Agenda Austria beispielsweise als Ziel formuliert, dass Frauen für technische und stärker wertschöpfende Berufe zu interessieren sind, weil im Sozialbereich weniger entlohnt wird, dann scheinen sie zu ignorieren, dass eigentlich die Löhne in diesen Bereichen endlich adäquat erhöht werden müssten. Dies wäre die weitaus wichtigere Forderung – die zudem auch die sozialeren Berufswünsche der Frauen respektiert.“

Als inakzeptabel bewertet Niederpold auch die Forderung, wonach durch Reduzierung der finanziellen Anreize die Karenzzeiten deutlich gekürzt werden sollten. Damit würde man vielfach Frauen und mitunter auch Männern die Möglichkeit schmälern, sich nach ihren Vorstellungen ihren kleinen Kindern  widmen zu können. „Um die Benachteiligungen der Frauen zu reduzieren, soll also laut Agenda Austria den betroffenen Menschen die ihren Wertvorstellungen entsprechende Betreuungsmöglichkeit aus finanziellen Gründen nicht mehr gewährt werden. Eine derartige Unterwerfung unter die neoliberale Marktlogik ist geradezu grotesk. Wenn sie dann noch meinen, dass diejenigen die bei den langen Karenzzeiten bleiben möchten, sich nicht über den Gender Pay Gap beklagen dürfen, dann kann man wohl nicht mehr von einer ernsthaften Studie ausgehen – dann dürfte es sich um einen verfrühten April-Scherz handeln.“

Rückfragen & Kontakt:

Kurt Obermülner, MAS
Vorsitzender
Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen in der Younion/LGr. Wien
1090 Wien, Maria Theresien Straße 11
E-Mail: kurt.obermuelner@younion.at
Tel.: +43 676 70 68 511

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen