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18. November 2017

Probleme im Gesundheitswesen sind ausschließlich politisch hausgemacht


St. Pölten (OTS) Scharfe Kritik an den Aussagen des ehemaligen Rektors der Meduni Wien, Dr. Wolfgang Schütz üben die Allgemeinmediziner und Landtagsabgeordneten Dr. Gabriele von Gimborn, MPH und MR Dr. Herbert Machacek.

Schütz wirft den heimischen Ärzten, insbesondere der Ärztekammer vor, die Republik aussaugen zu wollen und wälzt die Verantwortung für Missstände im Gesundheitswesen pauschal auf die Ärzteschaft ab. „Wenn die Politik mit Problemen im Gesundheitswesen zu tun hat, dann wird der schwarze Peter gerne an die Ärzteschaft abgegeben“, so Von Gimborn. „Und in dieser Angelegenheit wird dann auch noch mit fadenscheinigen Argumenten herumjongliert. Es ist erstaunlich, dass Schütz an der Ärzteschaft kein gutes Haar lässt, obwohl er es eigentlich besser wissen müsste.“

„Er scheint jedenfalls die Faktenlage nicht zu kennen“, so Dr. Von Gimborn weiter. „Die Arbeitszeiten der Spitalsärzte sind nicht der Ärzteschaft eingefallen, sondern der EU. Und die notwendige Umsetzung ist schon zehn Jahre bekannt. Die Gehaltsanpassungen der Spitalsärzte betragen nirgends 40 Prozent und sind lediglich dem Markt geschuldet, der eben reagieren muss, wenn so viele Ärzte ins Ausland gehen. Niemand will „die Republik aussaugen“, jedenfalls niemand aus der Ärzteschaft.“

„Wenn wir Ärzte so gierig wären, dann würden wir die von der Regierung angedachten Primärversorgungszentren auch befürworten“, erklärt Machacek. „Denn diese sind ein gutes Geschäft für die betreibenden Ärzte. Wir können jedoch nicht tatenlos zusehen, wie das bestehende System mutwillig an die Wand gefahren wird. Es liegt im Interesse der Ärzteschaft, das bestehende System in der Niederlassung zu erhalten, aber weiter zu entwickeln und vor allem finanzierbar zu halten. Die Vorwürfe von Herrn Dr. Schütz sind aus meiner Sicht eine Unverschämtheit und zeugen von grober Unkenntnis der Materie.“

„Wenn es Menschen gibt, denen es egal ist ob das Land Pleite geht, dann sind es die Gesundheitspolitiker, die den Umbau vom System der freien Niederlassung in Richtung staatliches Gesundheitssystem vorantreiben“, so Machacek. „Die Vorschläge der Ärzteschaft waren hingegen immer von Kostenbewusstsein geprägt, wie etwa der Vorstoß in Richtung Hausarztmodell. Den Aussagen von Dr. Schütz kann man jedoch entnehmen, dass er offenbar nicht einmal weiß, was ein Hausarztmodell ist. Und so jemand sollte zur aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion besser schweigen.“

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