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21. November 2017

Mineralölindustrie: Heimische Tankstellen weiterhin Margen-Schlusslicht


Wien (OTS) In nur wenigen Ländern Europas sind die Ertragsmöglichkeiten beim Kraftstoffverkauf so gering wie in Österreich. Dementsprechend bescheiden sind auch die Gewinnspannen. Durch den in der zweiten Jahreshälfte 2016 erfolgten Preisanstieg am Erdölmarkt konnten die Mineralölkonzerne im Upstream-Bereich etwas aufatmen, höhere Produktenpreise setzten das Tankstellengeschäft jedoch weiterhin unter Druck. Zu sehen ist dies in der kürzlich im deutschen Energie Informationsdienst veröffentlichten Erhebung der Brutto-Tankstellenmargen von Wood Mackenzie für das Jahr 2016. Bei Eurosuper ist Österreich mittlerweile nur noch auf Platz 15 von 16 zu finden. Bei Diesel ging sich trotz gesunkener Marge immerhin der 13. Platz aus. Die jeweils erstplatzierten Länder können sich hingegen über fast dreimal so hohe Bruttomargen freuen, auch wenn die dort zum Teil geringere Effizienz der Tankstellennetze die Netto-Erträge vergleichsweise mehr belastet.

Der internationale Vergleich beinhaltet die Brutto-Tankstellenmargen von 16 europäischen Ländern für 2016. Gegenüber dem Vorjahr rutschte Österreich bei Eurosuper mit einem Jahresmittel von durchschnittlich 9,41 Cent pro Liter (2015: 9,25 Cent) vom 14. auf den 15. Platz. Bei den Dieselmargen rückte Österreich mit 9,57 Cent (2015: 9,77 Cent) geringfügig um einen Platz auf 13 vor. „Somit landet Österreich im Ländervergleich erneut auf einem der letzten Plätze, wodurch der Ertragsdruck auf die heimischen Tankstellen weiterhin hoch bleibt.“ sagt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie.

Heimische Margen nur ein Drittel des Spitzenreiters

Laut Wood Mackenzie sind die Brutto-Tankstellenmargen bei Eurosuper lediglich in Großbritannien (7,55 Cent) geringer. Bei Diesel liegen die Margen nur in Großbritannien (6,28 Cent), Frankreich (7,53 Cent) und in Deutschland (8,64 Cent) unter jenen von Österreich. Die höchsten Brutto-Margen verzeichnen seit Jahren Norwegen (Eurosuper 24,87 Cent; Diesel 21,26 Cent) und die Schweiz (Eurosuper 23,19 Cent; Diesel 24,33 Cent), wobei zum Teil geringere Effizienz gerade in Ländern mit höheren Bruttomargen die Nettoerträge in Relation gesehen mehr als in Österreich belasten. Die Brutto-Tankstellenmargen dürfen jedenfalls nicht mit dem viel geringeren Gewinn verwechselt werden. Dieser ist um Kosten wie für Transport, Investitionen, Betrieb, Instandhaltung und Pächterprovision zu bereinigen. Letztendlich bleibt den Mineralölunternehmen bei ihrem Tankstellengeschäft auf das Jahr gerechnet oft nur ein Betrag zwischen 0,5 bis 1 Cent pro verkauftem Liter Kraftstoff übrig.

Kaum Kostendeckung im Kraftstoffgeschäft

Der Bericht von Wood Mackenzie zeigt erneut, dass die seit jeher bestehenden Kritiken an den heimischen Mineralölunternehmen überzogen sind. Österreich, mit seinem in der EU vergleichsweise geringen Anteil am Kraftstoffverbrauch, kann sich einerseits nicht von der internationalen Marktentwicklung abkoppeln, andererseits stehen die Tankstellenunternehmen in einem harten Wettbewerb mit daraus resultierenden niedrigen Spannen. Wesentliche Gestaltungsspielräume bei den Kraftstoffpreisen gibt es kaum.

Je nach Lage der jeweiligen Stationen wurden in den letzten Jahren am österreichischen Tankstellenmarkt zwei Strategien verfolgt, die sich an den verschiedenen Kundenbedürfnissen orientieren. Auf der einen Seite die Fullservice-Stationen, die über zusätzliche Dienstleistungen, wie Autowäsche, Shop- und Gastroangebote ihren Kunden eine breite Angebotspalette bieten. Und auf der anderen Seite jene Stationen, die auf unbemannte Automatentankstellen umrüsten und den Kunden einen zeitoptimierten Tankvorgang rund um die Uhr ermöglichen.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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