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18. November 2017

Neues Volksblatt: „Quotenfrage“ von Herbert SCHICHO


Linz (OTS) Quoten sind meist eine Notlösung, weil man keine andere Möglichkeit findet, um einem Missstand, einer Ungerechtigkeit oder einem Problem Herr zu werden. So sind etwa unter den Politkern Frauen noch immer prozentuell unterrepräsentiert, diese Schieflage könnte man durch eine Quote richten. Ein anderes Bespiel ist die Verteilung von Geld an Schulen anhand der Migrantenquote. Denn solche sozialen Brennpunktschulen sind ein Schlüssel, wenn nicht sogar der Schlüssel, damit in Österreich die Integration gelingen kann. Und nun überlegt der Rektoren-Chef auch eine Quote für Studienanfänger, deren Eltern keine Matura haben, um eine bessere Durchmischung zu erreichen. Quoten sind aber kein Allheilmittel. Ein Problem ist schon das Festmachen der Quote: So hat etwa die internationale Schule LISA in Linz zwar einen hohen Ausländeranteil, aber eine Brennpunktschule ist sie deswegen noch lange nicht. Und die Kinder von FPÖ-Chef Strache werden sich wohl auch ohne Quote das Studium leisten können.
Und Quoten haben auch unerwünschte Nebenwirkungen. Erstens droht der Stempel „Quotenpolitikerin“ oder „Quotenaufsichtsrätin“, und gegen diese Abstempelung müssen die Betroffenen immer ankämpfen. Und zweitens werden Kategorien eingeführt, die oft mit der Sache wenig zu tun haben: Denn es ist eigentlich nicht grundsätzliches Ziel der Universitäten, möglichst „durchmischt“ zu sein.

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