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21. November 2017

Neues Volksblatt: „Wesen“ von Markus EBERT


Linz (OTS) Der Tod von Gesundheits- und Frauenministerin Sabine Oberhauser hat eine enorme Flut an Trauer- und Beileidsbekundungen ausgelöst, denen im Wesentlichen eines gemeinsam ist: Gewürdigt wurde nicht bloß die kompetente Politikerin, vielmehr wurde glaubhaft deutlich, wie sehr hier um einen konkreten Menschen getrauert wird. Liebenswert, herzlich, fröhlich, großartig, warmherzig, humorvoll, unerschütterlich: Attribute dieser Art finden sich praktisch in jeder Reaktion auf das Ableben Oberhausers.
Das fällt auf und verdeutlicht um so mehr, dass in der Politik für das „Menscheln“ ansonsten kaum Platz ist. Mit ihrem offenen Umgang mit ihrer schweren Krebserkrankung hat die Ministerin selbst einen enormen Beitrag zu diesem „Menscheln“ geleistet — zumal in einem Betätigungsfeld, das ansonsten vom beinharten Funktionieren geprägt ist. Man sieht zwar kaum den Menschen im Politiker, aber wehe, er schwächelt einmal. Da ist ein respektvoller Umgang schnell Schnee von gestern, wobei das anonyme Abtauchen in die Welt von Internet-Postings und „Sozialen“ Medien ein zusätzliches Schrauben an der Spirale nach unten gebracht hat.
Man sei in solchen Momenten erinnert, „wie endlich das Leben ist von uns allen“, sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen über den Tod von Sabine Oberhauser. Was nicht endlich sein muss ist, was man über ihr Wesen gesagt hat.

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