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18. November 2017

Nominierungen und Preisträger der „Senioren-Rose“ und „Senioren-Nessel“ 2016


Wien (OTS) Am 15. Februar 2017 fand auf Einladung von Nationalratspräsidentin Doris Bures, des Österreichischen Seniorenrates und des Österreichischen Journalisten Club die Preisvergabe der Medienpreise „Senioren-Rose“ und „Senioren-Nessel“ für das Jahr 2016 statt.

In Vertretung der Nationalratspräsidentin begrüßte der 2. Präsident des Nationalrates Karlheinz Kopf rund 200 Gäste im Nationalratssitzungssaal des Parlaments.

Seniorenrats- und Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha erklärte in seinem Eröffnungs-Statement: „Seniorinnen und Senioren haben einen immer bedeutenderen Anteil an der österreichischen Bevölkerung. Es ist die „Babyboomer-Generation“ die jetzt über 50 Jahre alt ist und damit bald das Pensionsalter erreicht. Wir sprechen nicht von einer Randgruppe, für deren korrekte Darstellung in Medien und Werbebotschaften wir schon seit vielen Jahren kämpfen. Wir sprechen von einer der größten und kaufkräftigsten Bevölkerungsschicht in Österreich.“

„Dessen müssen sich auch die Medienmacher, Marketingexperten und Werbetreibenden in unserem Land bewusst werden. Seniorinnen und Senioren stellen einen immer größer werdenden Anteil der Nutzer der unterschiedlichsten Medien dar. Sie sind ein beachtlicher Teil der Konsumenten jener Produkten und Dienstleistungen, die uns die Werbung verkaufen will. Sie diskriminierend darzustellen ist nicht nur ein gesellschaftliches „No-Go“, sondern ein wirtschaftliches Eigentor.“ so Präsident Blecha weiter und abschließend „Die überholten Klischees in den Medien sind das eine. Ich möchte aber auch die skandalösen Praktiken mancher Personalbüros, die Menschen ab 50 taxfrei als „zu alt“ und damit verklausuliert als nicht mehr leistungsfähig einstufen, anprangern. Diesen Personalchefs gebührt eine Sondernessel! Der Umgang mit älteren Menschen, die heute viele Jahre jünger, aktiver und leistungsfähiger sind als es Gleichaltrige vor zehn Jahren waren, muss sich von Grund an ändern! Das leitet einen Kulturwandel ein und wir sind dazu da, diesen Kulturwandel zu beschleunigen.“

Die Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates und Seniorenbundes LAbg. Ingrid Korosec sagte zur Verleihung der Medienpreise Rose & Nessel: „Seniorin und Senior sind Wörter, die sich heute immer weniger mit den Begriffen Alter, Pension und Passivität in Verbindung bringen lassen. Unsere Gesellschaft ist gerade dabei, sich von einem lange Zeit gültigen und verinnerlichten Denkmodell – hier jung, da alt – zu verabschieden. Die bisher mehr oder weniger streng getrennten Lebensschritte Ausbildung – Arbeit – Pension weichen sich immer mehr auf. Eine Folge ist, dass sich die Lebensphasen nicht mehr so deutlich voneinander abgrenzen lassen. Die Annäherung der älteren Generation an die jüngere geht immer schneller vor sich – für die Wahrnehmung vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger oftmals zu schnell.

Übrig bleiben nicht selten falsche Vorstellungen und Erwartungen, Klischees und Vorurteile gegenüber Menschen, die zwar älter sein mögen, aber keineswegs alt sein müssen.“ Typisch für diese „neue“ Generation von „jungen Alten“ sei ihr gesteigertes Bedürfnis nach Aktivität – sowohl körperlich als auch geistig.

Präsidentin Korosec stellte weiter fest: „Wer empathisch genug ist, auf diese Differenzierung Bedacht zu nehmen, dem gebührt die „Senioren-Rose“. Aber es gibt auch Leute, die ein falsches Bild älterer Personen in die Welt setzen. Oft tun sie dies nicht mit Absicht. Genau diese Personen sind der erklärte Adressat der „Senioren-Nessel“. Ein sanfter „Nesselstich“ soll sie wachrütteln.“

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC), Fred Turnheim, wies in seiner Begrüßungsrede auf die notwendige Solidarität zwischen den Generationen hin: „Der Österreichische Journalisten Club ist sich seiner Verantwortung als größte berufliche Standesvertretung der Journalistinnen und Journalisten bewusst, besonders dafür Sorge zu tragen, dass die Sprache nicht verletzten soll. Die Förderung der Inklusion ist dem ÖJC besonders wichtig. Das gilt für alle Menschen, egal ob sie jung oder alt sind, dick oder dünn, unabhängig von Religion, Bildung oder etwaiger Behinderung. Wir treten daher zwangsläufig für die Solidarität zwischen uns Menschen ein, natürlich auch zwischen Alt und Jung.“

Der Jury gehörten an:
Vorsitzender: Präsident Prof. Fred Turnheim,
Chefredakteurin Dr. Irmgard Bayer,
Konsumentenschutzsprecher des Pensionistenverbandes Dr. Harald Glatz, Geschäftsleitung seniormedia im echo medienhaus Heinz Haubenwallner, Chefredakteur Prof. Oswald Klotz,
Pressesprecher des Seniorenbundes Wolfgang Müller, MA, MSC., Generalsekretär Stellvertreter des Seniorenbundes Mag. Michael Schleifer,
ÖJC-Vorstandsmitglied Harald Vaca und
Generalsekretär des Pensionistenverbandes Andreas Wohlmuth.

Die Moderatorin Heilwig Pfanzelter führte durch den Abend. Die Jury hatte im Vorfeld bestimmt, dass Dr. Irmgard Bayer und Dr. Harald Glatz die heurigen Laudationes halten werden.

Zu den Preisen:

Senioren-Rose in der Kategorie Werbung

Es gab drei Nominierungen:

1.) Fonds Soziales Wien „Daham spüt’s mei Musi!“ aus dem Herbst 2016. Mit zwei verschiedenen Sujets werden die Leistungen des Fonds Soziales Wien mit einem positiven Altersbild dargestellt gemeinsam mit den Slogans: „Daham: Das ist für viele Seniorinnen und Senioren auch ein Tageszentrum in ihrem Grätzl.“ bzw. „Daham: Das heißt so lange wie möglich selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben.“

2.) Erste Bank/Sparkasse mit „Willkommen, Leben genießen“. Entsprechend dem Slogan „Was zählt, sind die Menschen“ spiegelt sich bei dieser Werbeschaltung die alltägliche Lebensfreude älterer Menschen hervorragend wieder.

3.) Gösser / McCann Erickson mit dem Spot „Bergauf“ aus dem Frühjahr 2016. Der Gösser-Spot begleitet Vater und Sohn auf den Berg und stellt fest: „Bestes Bier verbindet Generationen“.

Überreicht wurde eine Senioren-Rose in Form eines Kristallpokals und einer Urkunde an: Gösser / McCann Erickson. Ausschlaggebend für die Jury war die gelungene Darstellung der Verbundenheit der Generationen.

Der Medienpreis von wurde Mag. Dr. Gabriela Maria Straka, Leitung Kommunikation und PR der Brauunion Österreich und Mag. Christof Sigel, dem Managing Director von McCann Erickson Austria entgegengenommen. Mag. Sigel wies darauf hin, dass in der Werbewirtschaft die erfreuliche Tendenz besteht, dass „Pro-Ageing“ nun „Anti-Ageing“ ablösen wird.

Senioren-Nessel in der Kategorie Werbung

Für das Jahr 2016 gab es seitens der Jury keine Nominierungen und somit auch keine Senioren-Nessel in der Kategorie Werbung. Die langjährigen Bemühungen des Seniorenrates und des Journalisten Clubs haben wieder Früchte getragen.

Senioren-Rose in der Kategorie Journalismus

Die Jury hat vier Nominierungen bestimmt, aus denen einer als Gewinner gewählt wurde.

1.) Gil Yaron von den Salzburger Nachrichten für „Der älteste Mann der Welt gibt Tipps“ bzw. „Mit Zuversicht und Lebensmut“ erschienenen am 28.01.2016. In einem ergreifenden Interview kommt darin Israel Kristal aus Jerusalem zu Wort, der das biblische Alter von 112 Jahren erreicht hat und als ältester Mensch gilt.

2) Edith Bachkönig für den Beitrag „Mit 80 voll im Leben – Aktiv im Alter“ für die ORF-Sendung “Unterwegs in Österreich“ vom 26.06.2016. Edith Bachkönig hat darin ein halbes Dutzend aktiver Frauen und Männer im Alltag begleitet und zeigt mit wieviel Tatkraft und Lebensfreude sie noch ans Werk gehen.

3.) Birgit Braunrath fragt in ihrer Kolumne im Kurier vom 19.01.2016 „Alt. Na und?“ und stellt einleitend fest, dass es nun mit den Rollator-Witzen im Zusammenhang mit der Bundespräsidentenwahl reicht. In Folge geht sie der Frage nach, woher dieses hämische Niedermachen der Alten kommt und stellt fest, dass die Generation 70+ in den USA oft noch gezwungen ist, Arbeitsverhältnisse einzugehen und dort keiner über sie lacht.

4.) Martin Steiner mit dem Beitrag „Rendezvous mit 104“ der ORF-Sendung Thema vom 11.07.2016. Ein interessanter und amüsanter Bericht, in dem sich eine 104-jährige Frau und ein 104-jähriger Mann das erste Mal begegnen und über sich und ihr Leben erzählen.

Die Senioren-Rose der Kategorie Journalismus wurde von der Jury an den Beitrag „Mit 80 voll im Leben“ an Edith Bachkönig vergeben.

Der Preis wurde von Edith Bachkönig und Produzent Erich Schneller vom ORF mit großer Freude persönlich entgegen genommen.

Senioren-Nessel in der Kategorie Journalismus

Die drei Nominierten für die Nessel in der Kategorie Journalismus waren:

1.) Die Zeitung „Heute“ titelte am 29.01.2016 zu einem Artikel über die Finanzierung der Pensionen: „Die Pensionen fressen mehr als jeden fünften Steuer-Euro“. Für das Wort „fressen“ gebührt der Heute-Redaktion laut Juryentscheidung jedenfalls und zumindest eine Nominierung.

2.) Michael Jungwirth stellt in der Kleinen Zeitung in seinem Leitartikel „Liebe Pensionistin, liebe Supermarktverkäuferin“ zum Thema Pensionsgipfel am 29.02.2016 fest, dass er gar nicht versteht, warum den Pensionistenvertretern überhaupt Gehör geschenkt wird und spricht von Dreistigkeit bei deren Wortmeldungen.

3.) Oliver Grimm für seinen Leitartikel „Erratische Preise, ergrauende Gesellschaft“ der am 17.12.2015 in der Tageszeitung Die Presse erschienen ist. Oliver Grimm führte darin aus, dass den Notenbanken die Steuerung von Inflation und Deflation entgleitet und sieht als eine der Ursachen dafür das steigende politische und wirtschaftliche Gewicht der Alten.

Nur einer der drei Nominierten konnte die weniger begehrte Senioren-Nessel in der Kategorie Journalismus erhalten. Diese ging an Michael Jungwirth für „Liebe Pensionistin, liebe Supermarktverkäuferin“

Michael Jungwirth bewies Sportsgeist und nahm unter dem Applaus des Publikums die Nessel an. Jungwirth stellte klar, dass er mit seinem damaligen Artikel die mangelnde Nachhaltigkeit der Ergebnisse des Pensionsgipfels vom 29.02.2016 kritisierte.

Senioren-Rose in der Kategorie Bild

Zwei Bilder haben es zu einer Nominierung für die Senioren-Rose gebracht.

1.) Christoph Koller hat der APA ein Bild zur Verfügung gestellt. Es zeigt eine Rückholaktion eines gestohlenen Maibaumes mit Rollatoren durch die Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenwohnheimes im Innviertel. Das amüsante Bild hat große Verbreitung in vielen Zeitungen auch über die Grenze Oberösterreichs hinaus gefunden.

2.) Mark Glassner hat für „Vollpension“ eine Aufnahme mit dem Titel „Backen gegen den Ruhestand“ gemacht. Das Lokal Vollpension ist ein Generationenkaffeehaus im 4. Wiener Bezirk in der Schleifmühlgasse, das Alt und Jung bei einer Mehlspeise – wie von der Oma – wieder ein Stückerl näher zusammenbringen will. Die Vollpension versteht sich als „Social Business“ und verfolgt neben wirtschaftlichen Zielen vor allem auch soziale und gesellschaftliche Ziele, so beispielsweise einen Zuverdienst für Ältere.

Die Senioren-Rose ging an Christoph Koller mit dem außergewöhnlichen Rollator-Bild. Gemeinsam mit dem Heimleiter vom Seniorenwohnheim Mehrnbach Franz Lettner und Chefredakteur-Stellvertreter der APA Werner Müllner wurde der Preis übernommen und kurz dargestellt, wie es zu dieser Aktion und der großen Verbreitung des Bildes kam.

Senioren-Nessel in der Kategorie Bild

Drei Beispiele, wie man es nicht machen sollte:

1. Der Standard vom 03.02.2016 mit einem Foto von Georg Hochmuth zum Artikel „Wirtschaftskammer will jährliche Erhöhung für Frühpensionisten abschaffen“. Die Kritik der Jury richtet sich dabei nicht gegen das Bild selbst oder den Inhalt des Artikels, sondern gegen die vollkommen unpassende Verwendung von Taubenfüttern im Zusammenhang mit Frühpensionisten.

2. Die Salzburger Nachrichten vom 08.01.2016 druckten eine Karikatur mit dem Titel „Der Mammutanteil“ von Thomas Wizany ab. Zu sehen ist ein Dinosaurier mit Stock und Hut mit der Aufschrift „Pensionen“, der sich in ein Mammut mit der Aufschrift „BIP“ verbeißt. Im Hintergrund steht die „Familie“, die nur einen Teil des Schwanzes des Mammuts abbekommen hat.

3. Im Rahmen der 13 Uhr ZIB am 21.10. 2016 wurde ein Hintergrundbild zum Beitrag „Kosten für Pensionen steigen“ verwendet. Einmal mehr zu sehen war: Ein alter Mann allein auf einer Sitzbank im Park.

Die Nessel verliehen wurde unter dem zustimmenden Applaus des Publikums für das Hintergrundbild der ORF-Sendung 13 Uhr ZIB.

Für den Aktuellen Dienst des ORF nahm niemand die Nessel entgegen. Die Bitte der Jury, dass solche Archivbilder endlich gelöscht werden, wird dennoch an die zuständigen Stellen weitergeben werden.

Hinweis:
Fotos der Veranstaltung stehen auf der Homepage des Parlaments zur Verfügung unter:
https://www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/720908/index.shtml

Im Anhang finden Sie die Präsentation der einzelnen Sujets.

Einreichungen für 2017 werden bereits entgegen genommen!

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Journalisten Club
Blutgasse 3, 1010 Wien
T: +43 1 9828555
F: +43 1 982855550
www.oejc.at
office@oejc.at

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